Governance
Anliegen der Wirtschaft
Wirtschaftspolitik

Kampagnen zu wirtschaftspolitischen Abstimmungen
E-ID
Die Abstimmung zum E-ID-Gesetz vom 28. September 2025 war ein wichtiger Schritt hin zu einer effizienteren und alltagstauglichen digitalen Verwaltung. Die IHK setzte sich mit einer eigenen Kampagne für ein Ja ein, weil die E-ID Unternehmen und Behörden entlastet, digitale Prozesse vereinfacht und die Standortattraktivität der Schweiz stärkt. Im Zentrum stand die Botschaft, dass ein staatlich herausgegebener elektronischer Identitätsnachweis sichere, einfache und durchgängig digitale Abläufe ermögliche – vom Vertragsabschluss bis zur Erfüllung gesetzlicher Vorgaben. Nachdem eine erste Vorlage 2021 noch gescheitert war, nahm die Schweizer Stimmbevölkerung das neue E-ID-Gesetz 2025 mit 50,39 Prozent Ja-Stimmen an.
Erbschaftssteuerinitiative
Die Abstimmung über die Juso-Erbschaftssteuerinitiative vom 30. November 2025 war von grosser Bedeutung für Familienunternehmen und den Werkplatz Schweiz. Die IHK St.Gallen-Appenzell engagierte sich gemeinsam mit der IHK Thurgau sowie interessierten regionalen Arbeitgeberverbänden und zahlreichen Ostschweizer Unternehmen in einer gemeinsamen Kampagne für ein Nein. Im Zentrum stand die Botschaft, dass die Initiative zahlreiche Familienunternehmen in ihrer Existenz gefährde, Arbeitsplätze aufs Spiel setze und dem Standort Schweiz nachhaltig geschadet hätte. Mit einer Testimonial-Kampagne und der Einbindung regionaler Unternehmen wurde diese Perspektive sichtbar gemacht. Die Schweizer Stimmbevölkerung lehnte die Initiative schliesslich mit deutlichen 78,3 Prozent Nein-Stimmen ab.
Reinraum Buchs
Die Abstimmung zum Reinraum Buchs vom 30. November 2025 stellte eine wichtige Weiche für Innovation, Forschung und industrielle Wertschöpfung in der Ostschweiz. Die IHK setzte sich mit einer eigenen Kampagne für ein Ja ein unter dem Motto «Erforscht im Reinraum». Im Fokus standen Alltagsprodukte wie Kopfhörer, Staubsaugerroboter oder Smartphone-Kameras, deren Entwicklung und Herstellung auf hochpräzise Prozesse im Reinraum angewiesen sind. Damit wollte die IHK aufzeigen, dass der Reinraum Buchs nicht nur ein Forschungsprojekt ist, sondern konkrete Grundlagen für künftige Spitzenprodukte, Wertschöpfung und Fachkräfte in der Region schafft. Die Vorlage wurde schliesslich mit 77,2 Prozent Ja-Stimmen angenommen.
Aussenhandel
Die Schweiz ist klein, aber wirtschaftlich stark mit der Welt verflochten. Gerade deshalb ist sie in besonderem Mass auf offene Märkte, stabile Regeln und verlässliche Partnerschaften angewiesen. Für ein rohstoffarmes und exportorientiertes Land wie die Schweiz ist Offenheit kein Selbstzweck, sondern die Grundlage von Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit. In einer geoökonomisch zunehmend angespannten Welt wächst jedoch der Druck auf dieses Modell. Für die Ostschweizer Wirtschaft sind die Folgen besonders relevant.
Vor diesem Hintergrund hat die IHK ihr Schwerpunktthema im vergangenen Jahr dem Aussenhandel gewidmet. Dabei fiel das Fazit eindeutig aus: Aus Sicht der IHK kann die Schweiz darauf nicht mit Abschottung oder milliardenschweren industriepolitischen Programmen reagieren. Erfolgversprechender ist eine Politik, die auf die eigenen Stärken setzt: Rechtssicherheit, Innovation, Bildung, leistungsfähige Infrastruktur und gute Rahmenbedingungen. Ebenso zentral bleiben verlässliche Beziehungen zur EU, die Stärkung der WTO und die Weiterentwicklung der Freihandelspolitik.
Zu diesem Fazit gelangte die IHK in der letztjährigen Ausgabe von Zukunft Ostschweiz sowie in einer gleichzeitig erschienenen Schriftenreihe. Die Auseinandersetzung mit der Thematik wurde anschliessend über verschiedene Kanäle weitergeführt und vertieft. Ergänzend wurden auch die Mitgliedunternehmen zur Thematik befragt; dabei fiel das Fazit in den wesentlichen Punkten eindeutig aus. Diese Grundlagenarbeit ist für die anstehenden Debatten von grosser Bedeutung und ermöglicht der IHK in diesem Dossier eine fundierte und glaubwürdige Positionierung.
Die Positionierung der IHK wurde im Anschluss an Zukunft Ostschweiz und die Schriftenreihe gezielt über mehrere Kanäle weiterverfolgt und vertieft.
Europapolitik
Den bilateralen Weg in die Zukunft führen
Dem Ja der IHK zu den Bilateralen III ging eine vertiefte Auseinandersetzung mit der strategischen Bedeutung des Vertragspakets für Marktzugang, Rechtssicherheit und wirtschaftspolitischen Handlungsspielraum der Schweiz voraus. Gerade für die exportorientierte Ostschweiz ist entscheidend, dass die Beziehungen zur EU verlässlich geregelt und bestehende Abkommen weiterentwickelt werden können.
Der Positionierung der IHK lag ein intensiver gemeinsamer Prozess mit der Zürcher Handelskammer und der IHK Thurgau zugrunde. In zwei Workshops setzten sich die Vorstände der drei Handelskammern gemeinsam mit externen Fachexperten vertieft mit dem Vertragspaket auseinander. Diese eingehende Prüfung ermöglichte in diesem strategisch wichtigen Dossier eine fundierte und breit abgestützte Entscheidungsfindung. Klar wurde dabei auch, dass die Schweiz bei der innerstaatlichen Umsetzung vieles selbst in der Hand hat: Entscheidend ist eine schlanke, unternehmensfreundliche Umsetzung ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand und ohne «Swiss Finish». Die IHK wird dieses Dossier in den kommenden Jahren weiter eng begleiten.
Im Einsatz für eine starke Ostschweiz
Standesbegehren zur Mobilität
Das Nein zur STEP-Abstimmung im November 2024 hat den Handlungsdruck für die Ostschweiz weiter erhöht. Umso wichtiger war der Schulterschluss einer breiten Koalition aus bürgerlichen Parteien und Wirtschaftsverbänden aller Ostschweizer Kantone, der auch die IHK St.Gallen-Appenzell angehörte. Gemeinsam wurde der Fokus nicht nur auf einzelne Verkehrsprojekte gelegt, sondern erneut auf eine gesamtheitliche Mobilitätsstrategie für die Ostschweiz – eine langjährige Forderung der IHK. Mit den gemeinsamen Standesbegehren wird dieses Anliegen nun wieder mit Nachdruck auf die politische Agenda gesetzt. Dass die entsprechenden Vorstösse inzwischen in allen Ostschweizer Kantonen eingereicht wurden, zeigt: Die Region zieht an einem Strang, wenn es um ihre Erreichbarkeit und ihre wirtschaftliche Entwicklung geht. Die IHK leistet dazu ihren Beitrag, indem sie diese Allianz mitträgt, ihre Position in die Debatte einbringt und sich weiterhin für langfristige, abgestimmte Lösungen im Verkehr einsetzt.

Die Ostschweiz zieht an einem Strang: Vertreter von Wirtschaftsverbänden und allen bürgerlichen Parteien aus den Kantonen St.Gallen, Schaffhausen, Thurgau sowie beiden Appenzell setzen sich ein für eine zukunftsgerichtete Mobilitätsinfrastruktur ein.
Stimme für die Anliegen der Wirtschaft im Kantonsrat
Mit dem wirtschaftspolitischen Beirat verfügt die IHK St.Gallen-Appenzell über eine direkte Verbindung zum St.Galler Kantonsrat und erhöht die Sichtbarkeit der vielfältigen Ostschweizer Unternehmenslandschaft im politischen Tagesgeschäft. Im Beirat engagieren sich die Kantonsräte Cornel Blöchlinger (SVP, Eschenbach), Andreas Broger (Die Mitte, Altstätten), Ruben Schuler (FDP, Mosnang), Oskar Seger (FDP, St.Gallen), Bernhard Zahner (SVP, Rapperswil-Jona) sowie Daniel Grünenfelder (Die Mitte, Altstätten), der auf Monika Scherer folgt – Letztere war Ende 2025 aus dem Kantonsrat zurückgetreten. Die parteiübergreifende Zusammensetzung verleiht dem Gremium eine starke Legitimation und unterstreicht die Rolle der IHK als fundierte Impulsgeberin für wirtschaftspolitische Fragen. Im Zentrum stehen dabei nicht nur das politische Tagesgeschäft, sondern vor allem auch die langfristige Entwicklung der Ostschweiz als attraktiver Lebens-, Arbeits- und Wirtschaftsraum.

(V.l.n.r.): Daniel Grünenfelder (Die Mitte), Cornel Blöchlinger (SVP), Bernhard Zahner (SVP), Markus Bänziger (IHK), Oskar Seger (FDP). Andreas Broger (Die Mitte), Ruben Schuler (FDP).
Publikationen
| Thema | Publikationsart | Erscheinungsdatum |
| Wohlstand, Wachstum und Einkommen | Zoom | 6. März |
| Neue Wege durch Wachstum | Facts | 7. März |
| Vom Auswanderungsland zur Vollbeschäftigung | Zoom | 1. April |
| Facts-Spezialausgabe zur IHK-GV in Gossau | Facts | 9. Mai |
| Erbschaftssteuerinitiative | Standpunkt | 13. Mai |
| Der Produktionsstandort St.Gallen in der Frühen Neuzeit | Schriftenreihe | 8. Juli |
| Nachhaltigkeit: Zwischen Verantwortung, Strategie und Regulierungsflut | Standpunkt | 27. August |
| Wille zur Stadt | Zoom | 19. September |
| Vom Tool zur Transformation: Wie KI unsere Wirtschaft verändert | Facts | 26. September |
| Trotz Konjunkturschwäche: Ostschweizer Löhne steigen | Zoom | 24. Oktober |
| Den Bilateralen Weg in die Zukunft führen | Schriftenreihe | 27. Oktober |
| Zölle, Zweifel, Zuversicht | Schriftenreihe | 18. November |
| Ostschweizer Produkte für die Welt | Facts | 12. Dezember |
Vernehmlassungsantworten
| Thema | Einreichung | Position |
| Teilrevision des Bundesgerichtsgesetzes | 19. Februar | Bedenken zur Wettbewerbsfähigkeit des Schiedsplatzes Schweiz |
| Entlastungspaket 2027 | 5. Mai | Unterstützung der Ausgabenreduktionen bei den Bundesfinanzen |
| Entlastungspaket 2027: Flughafen Altenrhein | 5. Mai | Ablehnung der Kürzung der Bundesbeiträge an den Regionalflugplatz St.Gallen-Altenrhein |
| Teilrevision Postverordnung | 6. August | Ablehnung Ausweitung Grundversorgungsauftrag der Post |
| Bilaterale III | 31. Oktober | Befürwortung der neuen Verträge, wirtschaftsfreundliche inländische Umsetzung |






