Konjunkturboard Ostschweiz Q1 2024

Verhaltene Zuversicht trotz fehlender Auslandsaufträge

Der Abwärtstrend in der Ostschweizer Wirtschaft konnte weitestgehend aufgefangen werden. Der Binnenmarkt weist weniger starke Bremsspuren auf als zuletzt befürchtet und Teile der Industrie zeigen Anzeichen einer Erholung. In den exportorientierten Branchen akzentuiert sich jedoch der Mangel an Auslandsaufträgen. Neben der schwachen konjunkturellen Lage im Ausland belastet der starke Franken zunehmend. Derweil bleibt es auf dem Arbeitsmarkt trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten ruhig.

14. Februar 2024, Vorname Nachname

Der Abwärtstrend in der Ostschweizer Wirtschaft konnte weitestgehend aufgefangen werden. Der Binnenmarkt weist weniger starke Bremsspuren auf als zuletzt befürchtet und Teile der Industrie zeigen Anzeichen einer Erholung. In den exportorientierten Branchen akzentuiert sich jedoch der Mangel an Auslandsaufträgen. Neben der schwachen konjunkturellen Lage im Ausland belastet der starke Franken zunehmend. Derweil bleibt es auf dem Arbeitsmarkt trotz der wirtschaftlichen Unsicherheiten ruhig.

Die wirtschaftliche Situation in der Ostschweiz zeigte sich im vergangenen Quartal weiterhin solide. Nach wie vor besteht aber eine grosse Diskrepanz zwischen Binnenmarkt und Exportsektor. Auch innerhalb der Industrie zeigen sich verschiedene Tendenzen. Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie beweist Stärke und berichtet von einer guten Geschäftslage. Der Ostschweizer Maschinen- und Fahrzeugbau konnte nach einer Eintrübung zuletzt wieder leicht zulegen. Demgegenüber ist die Stimmung in der Metallindustrie und unter den Unternehmen im Bereich Elektronik und Optik weiter angespannt. Unter Letzteren berichtet derzeit jedes zweite Unternehmen von einer «schlechten» Geschäftslage.

Aufträge dürften wieder anziehen, positive Impulse bleiben aus

Dennoch stimmen die Erwartungen der Industrie fürs erste Halbjahr 2024 zuversichtlich. «Der Lagerabbauzyklus ist in vollem Gange, was wieder vermehrt Bestellungen nach sich ziehen wird», führt Beat Schiffhauer aus. Auch die Lager an Vorprodukten in Unternehmen im In- und Ausland nehmen ab. Entsprechend erwartet die Mehrheit der Ostschweizer Industrieunternehmen, dass die Auftragseingänge in den kommenden sechs Monaten wieder leicht anziehen.

Starke Impulse aus dem Ausland dürften für die nächsten Monate aber weiterhin ausbleiben. «Der Tiefpunkt in der deutschen Industrie dürfte noch nicht erreicht sein, die Aussichten stimmen wenig optimistisch», sagt Beat Schiffhauer. In China gehen erhebliche Unsicherheiten vom Immobiliensektor aus. Die USA stützen derweil weiterhin die globale Konjunktur.