Konjunkturanalysen
Industrie kämpft mit schwacher Auftragslage
Branchenbericht Industrie Q4 2025
Die Umfragedaten stammen aus dem Oktober 2025. Die Einschätzungen der Unternehmen berücksichtigen daher noch nicht die unverbindliche Absichtserklärung der USA vom 14. November 2025, die Zusatzzölle auf Schweizer Exporte auf 15 Prozent zu reduzieren.
18. November 2025
Die Entwicklung in der Ostschweizer Industrie ist derzeit stark von der Nachfrageschwäche in Deutschland und den US-Zöllen geprägt. Im August und September notierte die Geschäftslage schweizweit deutlich negativer als in den Vormonaten.
Die aufgehellte Geschäftslage im Oktober ist insbesondere von den Erwartungen gestützt und widerspiegelt sich nicht in einer verbesserten Auftragslage. So rechnen die befragten Unternehmen in den kommenden sechs Monaten nicht mehr mit einer Verschlechterung der Geschäftslage, sondern mit einer gleichbleibenden Entwicklung.
Fast jedes zweite Ostschweizer Industrieunternehmen berichtet derzeit von einer ungenügenden Auftragslage. Auch die Auslastung der Produktionskapazitäten ist mit 79 Prozent unverändert tief. Die spärliche Auftragslage widerspiegelt sich auch in personellen Überkapazitäten.
Insbesondere in der Elektronik- und Optikbranche sowie in der Metallindustrie berichten die Unternehmen von Überkapazitäten und einem ungenügenden Auftragsbestand. Positiver präsentiert sich das Bild im Maschinen- und Fahrzeugbau, wo der Auftragsbestand erstmals seit zwei Jahren nicht mehr als negativ beurteilt wird.
Die Vorlaufindikatoren zeigen sich derweil leicht verbessert gegenüber den Monaten August und September. Insbesondere die Bestellungen dürften leicht anziehen. Für Geschäftslage, Produktion, Exporte und Vorprodukteeinkauf erwarten die Unternehmen hingegen eine gleichbleibende Entwicklung. Mit einer Verbesserung der Geschäftslage rechnet lediglich die Elektronik- und Optikbranche.
Die Wettbewerbsposition der Ostschweizer Industrieunternehmen hat sich in der EU zuletzt nicht weiter verschlechtert. Ausserhalb der EU vermelden die Betriebe aber eine weitere Verschlechterung.
Den Unternehmen fällt es weiterhin schwer, die zukünftige Entwicklung der Geschäftslage einzuschätzen. Knapp zwei Drittel berichten von einer überdurchschnittlich hohen Unsicherheit.