Facts Nr. 4/2025

Ostschweizer Produkte für die Welt

Warum wir vom freien Handel profitieren

12. Dezember 2025, Christian Schmid

Der internationale Handel ist anspruchsvoller geworden. Eine Herausforderung jagt die nächste, und die neue Welthandelsordnung stellt uns vor Fragen, die wir noch vor wenigen Jahren kaum kannten. Für viele Betriebe in der Ostschweiz bedeutet das Unsicherheit – je nach Branche und Markt ganz unterschiedlich ausgeprägt.

Für die kleine, offene Volkswirtschaft Schweiz stellt sich dabei immer dieselbe zentrale Frage: Was ist mit internationalen, multilateralen oder bilateralen Wirtschaftsabkommen überhaupt möglich? Sie haben stets Vor- und Nachteile – und je nach Perspektive fallen die Gewichtungen sehr unterschiedlich aus. Die jüngsten Diskussionen zum US-Deal haben eindrücklich gezeigt, wie verschieden man dasselbe beurteilen kann.

Die Gesamtausgabe 4/2025 finden Sie hier:

«Der Erfolg und der damit verbundene Wohlstand bergen eine grosse Gefahr: Sie werden zunehmend als selbstverständlich betrachtet.»

Unsere Rolle als IHK ist es, mit aller Konsequenz die Perspektive der Wirtschaft einzubringen. Die Schweiz hat sich über Jahrzehnte eine internationale Spitzenposition aufgebaut – mit Unternehmen von Weltklasse. Doch gerade dieser Erfolg und der damit verbundene Wohlstand bergen eine grosse Gefahr: Sie werden zunehmend als selbstverständlich betrachtet. Wir müssen darum immer wieder daran erinnern, wie wichtig es ist, die Rahmenbedingungen für unsere Wirtschaft kontinuierlich zu verbessern.

Es muss der Schweiz gelingen, für unsere Unternehmen mindestens gleich lange Spiesse sicherzustellen wie für die ausländische Konkurrenz. Ein aktuelles Beispiel ist das Freihandelsabkommen mit Indien. Und diese Überlegungen gelten sinngemäss natürlich auch für den US-Deal oder die Fortsetzung des bilateralen Wegs mit der EU.

Herzlich Christian Schmid

Highlights dieser Ausgabe:

Der Versuchung widerstehen

12. Dezember 2025, Markus Bänziger

Der Welthandel steht an einem Wendepunkt. Der Austausch von Waren, Dienstleistungen, Kapital und Wissen folgt nicht mehr ausschliesslich nach wirtschaftlichen Prinzipien, sondern zunehmend nach machtpolitischen Interessen. Gerade in dieser Ausgangslage muss die Schweiz der Versuchung widerstehen, mit schädlicher Industriepolitik auf Abschottung zu setzen.

Wie Ostschweizer Unternehmen den Aussenhandel neu denken

12. Dezember 2025, Fabio Giger

Der internationale Handel ist komplexer und unberechenbarer geworden. Zölle, geopolitische Spannungen und neue Spielregeln verändern, wie Unternehmen produzieren, exportieren und planen. Drei Unternehmerpersönlichkeiten aus der Ostschweiz erzählten an «Zukunft Ostschweiz 2025», wie sie mit diesen Herausforderungen umgehen. Ihre Perspektiven zeigen: Der Werkplatz Ostschweiz ist vielfältig, widerstandsfähig und voller Ideen, um im globalen Wandel zu bestehen.

Exportstarke Unternehmen sichern das hohe Lohnniveau in der Ostschweiz – davon profitieren alle

12. Dezember, Dr. Stefan Legge

Die Ostschweiz zählt zu den industriell stärksten Regionen der Schweiz. Unternehmen aus Maschinenbau, Medizintechnik, Textilindustrie, Metallverarbeitung und Chemie beliefern Märkte in Europa, Asien oder auch Nordamerika. Diese Exportorientierung prägt nicht nur die Wirtschaftsstruktur, sondern auch das Einkommensniveau.

US-Zölle? – So en Chäs!

12. Dezember 2025, Fabio Giger

Wie ein Toggenburger Käser zum Star in New York wurde – und wie Donald Trumps Zölle seine Erfolgsgeschichte fast zum Stillstand brachten.

Ostschweizer Handel im Wandel

12. Dezember, Jan Riss

Frankenschock, Covid Pandemie mit Lieferkettenfriktionen, Energiekrise, Ukraine-Krieg und US-Zölle: Unternehmen schauen auf turbulente Jahre zurück – insbesondere jene, die auf internationale Märkte ausgerichtet sind. Wie reagieren die Betriebe in der Ostschweiz auf die handels- und geopolitischen Verwerfungen? Wie passen sie ihre Wertschöpfungsketten an? Welche Märkte gewinnen an Bedeutung?

Zwischen Freihandel und Protektionismus: Wie die Schweiz ihren Weg in einer fragmentierten Welt findet.

12. Dezember 2025, Botschafter Ivo Germann

Geopolitische Spannungen, protektionistische Tendenzen und industriepolitische Eingriffe prägen den internationalen Handel. Die Schweiz setzt auf Offenheit, Resilienz und Diversifikation – und bleibt damit ihrem Erfolgsmodell treu.

«Der Aussenhandel wird komplexer, das Bedürfnis nach Wissen wächst»

12. Dezember, Kathrin Loppacher

Dynamisch, komplex und zunehmend digital: Der Aussenhandel ist im Wandel. Remo Wild, Leiter Exportdienste und Mitglied der Geschäftsleitung der IHK St.Gallen-Appenzell, begleitet Unternehmen seit zehn Jahren in Fragen zu Zoll, Ursprungsregeln oder Freihandelsabkommen. Im Gespräch erklärt er, wie sich die Exportarbeit verändert hat, welche Themen Firmen beschäftigen und warum praxisnahe Schulungen heute wichtiger sind denn je.

Bilaterale III: Stabilität für die Ostschweiz

12. Dezember 2025, Adrian Rossi

Der bilaterale Weg ist ein Erfolgsmodell. Das neue Vertragspaket mit der EU sichert ihn für die Zukunft ab. In Zeiten geopolitischer Umbrüche schafft es verlässliche Beziehungen zu unseren europäischen Nachbarn.

«Ohne Personenfreizügigkeit könnten wir aus Schweizer Milch keinen Frischkäse machen»

12. Dezember, Lukas Oetiker

Das neue Vertragspaket bringt verschiedene Vorteile für die Schweiz. Wir haben mit Betroffenen aus drei unterschiedlichen Bereichen über die konkrete Bedeutung der Bilateralen III gesprochen.

Bauen ohne Papier. Bewilligen ohne Umwege.

12. Dezember 2025, Livio Kaiser

Mit der Einführung der E-Baubewilligung macht der Kanton St.Gallen einen weiteren Schritt Richtung digitale Verwaltung. Baugesuche können künftig online eingereicht, bearbeitet und nachverfolgt werden – effizient, transparent und rund um die Uhr. Das entlastet Gemeinden und Planende und schafft mehr Planungssicherheit für die Unternehmen.

Facts: Das Wirtschaftsmagazin

Vierteljährlich erscheinendes Verbandsmagazin der IHK St.Gallen-Appenzell.