Facts Nr. 1/2026

Berufslehre als Erfolgsmodell

Wie die berufliche Grundbildung unsere Region erfolgreich macht

6. März 2026, Christof Züger

Guter Frischkäse entsteht nicht zufällig. Er braucht beste Rohstoffe, Zeit und Menschen, die ihr Handwerk beherrschen. Die Qualität der Produkte entsteht an den Maschinen und Anlagen, durch die Maschinen- und Anlageführer und durch alle Mitarbeiter vor Ort in der Fabrik. Die Qualität der Dienstleistungen wird durch das entsprechende Fachpersonal geschaffen. Genau dieser Qualitätsanspruch bürgt für unsere wirtschaftliche Daseinsberechtigung. Damit dieser Qualitätsanspruch gestärkt wird, braucht es eine gute Berufsbildung. Eine Berufslehre ist mehr als ein Start ins Arbeitsleben. Sie ist eine Schule fürs Können, fürs Dranbleiben und fürs gemeinsame Anpacken.

In unserem Betrieb in Oberbüren erleben wir täglich, wie die Qualität im Detail steckt und wie wichtig es ist, dass Erfahrung weitergegeben wird. Lernende bringen Neugier und neue Ideen mit. Berufsbildnerinnen und Berufsbildner geben ihnen Orientierung, Vertrauen und formulieren Erwartungen. Junge suchende Menschen können in Mitarbeitern eine neue, unabhängig von den Eltern agierende Bezugsperson finden und so ihre Persönlichkeit stärken. Idealerweise entsteht dabei ein Berufsstolz, der die Produktqualität besser werden lässt. Diese Mischung ist unser Erfolgsrezept in der Produktion sowie im Arbeitsalltag. Ich selbst begann meine Lehre als Käser vor 50 Jahren. Obwohl nicht alles rosig war, bereue ich keinen Tag, dass ich eine Lehre gemacht habe. Hier habe ich das erste Rüstzeug für den Aufbau unserer Unternehmung erworben.

Die Gesamtausgabe 1/2026 finden Sie hier:

«Wenn wir wollen, dass die Ostschweiz auch morgen innovativ, produktiv und wettbewerbsfähig bleibt, dann müssen wir mit attraktiven Lehrstellen heute in junge Talente investieren.»

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Rund drei Viertel der Schülerinnen und Schüler in der Ostschweiz entscheiden sich für eine berufliche Grundausbildung. Das ist schweizweit spitze, ein starkes Zeichen und zugleich ein Auftrag an uns alle. Dieser Spitzenwert darf nicht herangenommen werden, um Gymnasialklassen aufzustocken. Eine Lehre gelingt nicht von allein. Sie braucht Ausbildungsbetriebe, die Verantwortung übernehmen und eine gute Begleitung sicherstellen. Sie braucht Eltern, die ermutigen statt nur vergleichen, und sie braucht Rahmenbedingungen, die Betriebe entlasten und Lernende fördern. Wenn wir wollen, dass die Ostschweiz auch morgen innovativ, produktiv und wettbewerbsfähig bleibt, dann müssen wir mit attraktiven Lehrstellen heute in junge Talente investieren.

Herzlich Christof Züger

Highlights dieser Ausgabe:

Berufsbildung entscheidet – über Fachkräfte, Wachstum und Standort

6. März 2026, Markus Bänziger

In der Ostschweiz entscheiden sich mehr Jugendliche für eine Berufslehre als im Schweizer Durchschnitt. Fast drei Viertel der Volksschulabgängerinnen und -abgänger in der Ostschweiz wählen den Weg in die Berufslehre. Die Berufsbildung geniesst in unserer Region eine hohe Attraktivität. Diese lässt sich erklären.

Zoom zur Berufsbildung in der (Ost-)Schweiz: Zukunft Fachkraft

Das neue Zoom zur Berufsbildung beleuchtet, warum sie für die Ostschweiz ein zentraler Erfolgsfaktor bleibt: Sie sichert einen wesentlichen Teil der dringend benötigten Fachkräfte. In der Ostschweiz ist sie besonders stark verankert: Vier von fünf Jugendlichen absolvieren hier eine Berufslehre. Der Anteil ist zwar tendenziell rückläufig. Sofern sich die Berufsbildung an neue Kompetenzanforderungen und betriebliche Realitäten anpasst, wird sie aber ein Erfolgsfaktor für den Standort bleiben.

Zur Publikation

Drei Wege in die Zukunft

6. März 2026, Fabian Pernstich

80 Bewerbungen auf eine Lehrstelle und gleichzeitig fehlen Lernende auf dem Bau. Warum? Drei Ostschweizer CEOs zeigen, wie Lehrstellenmarketing, Benefits und das Götti-Prinzip den Nachwuchs sichern und wie KI den Alltag bereits in der Lehre verändert. Welche Herausforderungen prägen die Berufsbildung in der Praxis?

Der Sound der Berufslehre – vier Lernende im Gespräch

6. März 2026, Bruno Eisenhut

Wie erleben Lernende den Start in ihre berufliche Ausbildung? Welche Vorteile sehen sie im Vergleich zum Gymnasialweg? Und wo gibt es aus ihrer Sicht Entwicklungspotenzial in der Berufsbildung? Hierfür haben wir mit vier Lernenden aus verschiedenen Sparten gesprochen.

Erfolgsmodell Berufsbildung steht vor neuen Herausforderungen

6. März 2026, Patrick Louis

Marco Frauchiger leitet seit knapp 17 Jahren das Berufs- und Weiterbildungszentrum Wil-Uzwil (BZWU) und prägt damit eine der wichtigsten Berufsbildungsinstitutionen der Ostschweiz. In seiner Funktion beschäftigt er sich täglich mit der Frage, wie berufliche Aus- und Weiterbildung angesichts technologischer, wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Veränderungen zukunftsfähig gestaltet werden kann. Im Interview spricht er über den Fokus auf praxisnahen Lernformen, Durchlässigkeit und der Stärkung der Berufsbildung als gleichwertigem Bildungsweg.

SwissSkills – strategische Investition in Fachkräfte, Wirtschaft und Standort

6. März 2026, Bruno Eisenhut

Die SwissSkills sind die nationale Leistungs- und Berufsbildungsplattform der Schweiz und eines der wichtigsten Leuchtturmprojekte zur Stärkung der beruflichen Grundbildung. Als grösste berufsbezogene Veranstaltung des Landes bringen die SwissSkills Besucherinnen und Besucher aus der ganzen Schweiz zusammen – darunter Jugendliche, Eltern, Lehrpersonen, Unternehmen sowie politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger. 2029 kommen die SwissSkills nach St.Gallen.

Heute entdecken. Morgen forschen und entwickeln.

6. März 2026, Martina Hächler

Entdecken, staunen, ausprobieren: Vom 15. bis 19. April 2026 lädt die tunOstschweiz Familien mit Kindern zur interaktiven MINT-Erlebniswelt an der Offa in der Halle 1, der St.Galler Kantonalbank Halle, in St.Gallen ein. HUBER+SUHNER ist einer der Ausstellungsbetriebe. Wir haben bei Markus Haas, Leiter Berufsbildung, nachgefragt, weshalb sich das Herisauer Unternehmen an der Ausstellung engagiert.

«Mini Firma» macht Unternehmertum sichtbar

6. März 2026, Livio Kaiser

Ostschweizer Unternehmen, ihre Menschen und ihre Geschichten stehen bei «Mini Firma» im Mittelpunkt. Die TVO-Sendung läuft jeweils dienstags und wirft in jeder Folge einen Blick in ein anderes Unternehmen aus unserer Wirtschaftsregion. Im Dreiergespräch erklären TVO-Chefredaktor Marco Latzer, Sarah Wagner, Leiterin Talks & Zweitsendungen bei TVO, und Fabian Pernstich von der IHK, warum das Format Vertrauen schafft, weshalb es beim Publikum so gut ankommt und was es braucht, damit Firmen vor der Kamera authentisch wirken.

Erfolgreiche Führung beginnt mit Kommunikation

6. März 2026, Kathrin Loppacher

Gute Kommunikation ist keine Selbstverständlichkeit, obwohl wir jeden Tag – in Meetings, am Telefon, mit Mitarbeitenden, der Kundschaft oder den Medien – reden. Nur weil wir dieselbe Sprache sprechen, heisst das noch lange nicht, dass wir auch dasselbe meinen. Missverständnisse kosten Zeit, Energie und manchmal auch Vertrauen. Die gute Nachricht: Kommunikation ist lernbar.

Facts: Das Wirtschaftsmagazin

Vierteljährlich erscheinendes Verbandsmagazin der IHK St.Gallen-Appenzell.