Doing Business in Japan

Erfolgreich im Land der aufgehenden Sonne

Vorbereitung, Commitment und Präsenz als Schlüsselfaktoren

25. Februar 2026

Zum Auftakt der neuen Veranstaltungsreihe «Doing Business Abroad» empfingen die IHK St.Gallen-Appenzell und Switzerland Global Enterprise (S-GE) am 24. Februar 2026 rund 40 Gäste bei der VAT Group in Haag. Die Veranstaltung zeigte auf, weshalb der japanische Markt für Schweizer Unternehmen attraktiv ist und weshalb Erfolg dort vor allem auf langfristiger Aufbauarbeit beruht.

Den Auftakt bildete eine Unternehmensführung durch die Reinräume der VAT Group, die den Teilnehmenden einen direkten Einblick in das industrielle Umfeld des Gastgebers ermöglichte. Im anschliessenden Programm wurde rasch klar, warum die Wahl auf Japan als erstes Thema der Reihe fiel. Japan zählt zu den anspruchsvollen und gleichzeitig chancenreichen Märkten für Schweizer Unternehmen. Zugleich bestehen viele Gemeinsamkeiten, etwa bei Präzision, Qualitätsanspruch und Verlässlichkeit. VAT bot dafür ein besonders passendes Beispiel. Das Unternehmen feierte im vergangenen Jahr 40 Jahre Präsenz in Japan und verfügt damit über einen langjährigen Erfahrungsschatz im Markt. In seiner Einordnung betonte CFO Fabian Chiozza die strategische Bedeutung des Standorts Japan für VAT und machte deutlich, dass der Erfolg nicht auf kurzfristigen Effekten beruht, sondern auf Kontinuität. Schnelle Erfolge sind kaum realistisch: «Erfolg in Japan entsteht nicht über einzelne Abschlüsse, sondern über Präsenz und Verlässlichkeit über Jahre hinweg.» Diese Perspektive zog sich wie ein roter Faden durch den Abend.

«Erfolg in Japan entsteht nicht über einzelne Abschlüsse, sondern über Präsenz und Verlässlichkeit über Jahre hinweg.»

Marktchancen und hohe Erwartungen in Japan

Inhaltlich setzte Michela Giuliato, Consultant für Japan und Südkorea bei S-GE, mit ihrem Marktüberblick wichtige Akzente. Sie zeigte auf, dass Japan für Schweizer KMU interessante Chancen bietet, zugleich aber klare Erwartungen an Produkte, Prozesse und Partnerschaften stellt. Besonders prägnant war ihre Einordnung, dass Produktqualität in Japan nicht als Alleinstellungsmerkmal wahrgenommen wird, sondern als Selbstverständlichkeit. Wer in diesem Umfeld bestehen will, muss deshalb mehr bieten als ein gutes Produkt. Entscheidend sind ein belastbares Netzwerk, lokale Partner und ein klares Verständnis der Geschäftskultur. Es braucht Geduld, eine saubere Vorbereitung und den Willen, Vertrauen Schritt für Schritt aufzubauen. Diese Einschätzung wurde durch die Erfahrungen von VAT konkret untermauert. Rami Musliu, Head of Business Unit Semiconductors bei VAT, schilderte anschaulich, wie hoch die Erwartungen japanischer Kunden im Alltag sind und wie stark sich dies auf Prozesse und Qualitätsmanagement auswirkt. «Der Kunde ist König, mehr noch als es bei uns in der Schweiz der Fall ist», sagte Musliu. Selbst kleinste optische Mängel würden beanstandet, auch wenn die Funktion eines Produkts nicht beeinträchtigt sei. Das verdeutlicht den hohen Perfektionsanspruch und die ausgeprägte Risikoaversion, mit denen ausländische Anbieter im japanischen Markt rechnen müssen.

«In Japan ist der Kunde König, mehr noch als es bei uns in der Schweiz der Fall ist.»

Praxisnahe Einblicke im Podiumsgespräch

Im Podiumsgespräch mit Ralph Preisig vom Swiss Business Hub Japan von S-GE und Rami Musliu wurde der Blick nochmals erweitert. Preisig berichtete aus seinem mehrmonatigen Aufenthalt in Japan rund um die Expo 2025 in Osaka und schilderte einen spannenden Kontrast zwischen technologischer Zukunftsorientierung und teils erstaunlich traditionellen administrativen Abläufen. Musliu bestätigte diese Beobachtung aus dem operativen Geschäft von VAT und ergänzte konkrete Beispiele aus dem Alltag. Gerade solche Einblicke machten den Mehrwert des Abends aus, weil sie Marktanalysen mit praktischer Erfahrung verbanden. In der abschliessenden Fragerunde griff das Publikum diese Punkte engagiert auf, bevor der Abend beim Apéro in persönliche Gespräche überging. Der Austausch zeigte, dass das Interesse an Japan in der Ostschweizer Wirtschaft gross ist und dass viele Unternehmen den Blick über etablierte Märkte hinaus verstärken wollen. «Doing Business in Japan» setzte damit einen praxisnahen Startpunkt für die neue Reihe «Doing Business Abroad», die künftig zweimal pro Jahr einen Zielmarkt bei einem Ostschweizer Unternehmen beleuchtet.

Fotos der Veranstaltung

Präsentationen