Abstimmungsresultate

Nein zur Chaos-Initiative ist erfreulich – und ein klarer Auftrag

IHK begrüsst das Nein der Schweizer Stimmbevölkerung

14. Juni 2026

Die IHK St.Gallen-Appenzell begrüsst das Nein zur Chaos-Initiative. Das Resultat zeigt aber auch: Die Herausforderungen des Bevölkerungswachstums müssen rasch und gezielt angegangen werden. Gleichzeitig rückt mit dem Nein die weitere Beratung der Bilateralen III in den Fokus.

«Das Nein zur Initiative ist erfreulich. Die Diskussionen der letzten Monate zeigen aber auch, dass die Zuwanderung viele bewegt. Politik, Gesellschaft und Wirtschaft muss dies ernst nehmen», kommentiert IHK-Direktor Markus Bänziger das Abstimmungsresultat.

Fach- und Arbeitskräfte sichern, Wohlstand erhalten

Die demografische Entwicklung ist eine Herausforderung und wird sich weiter zuspitzen: Die Erwerbsbevölkerung schrumpft, der Anteil der Menschen im Pensionsalter steigt stark. Die Schweiz muss deshalb offen darüber diskutieren, wie sie Wohlstand und Wertschöpfung langfristig sichern will. «Wer Wohlstand und Wertschöpfung erhalten will, muss dafür sorgen, dass genügend Arbeit geleistet werden kann. Dazu braucht es höhere Erwerbsquoten, mehr Produktivität und eine Zuwanderung, die sich konsequent am Bedarf des Arbeitsmarkts orientiert», sagt Bänziger. Entscheidend ist ein breites Bündel an Massnahmen: Das inländische Arbeitskräftepotenzial muss besser genutzt werden, die Schweiz muss attraktiv bleiben für wertschöpfungsintensive Unternehmen, gleichzeitig braucht es Fortschritte bei Verkehrsinfrastruktur, Wohnraum und Asylpolitik.

«Das Nein zur Initiative ist auch ein Signal für stabile Beziehungen zur EU. Für die exportorientierte Ostschweiz sind Rechtssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend»

Bilaterale III rücken in den Fokus

Als exportorientierte Grenzregion bleibt die Ostschweiz auf verlässliche Beziehungen zur EU angewiesen. Der bilaterale Weg ist Grundlage für Wohlstand, Arbeitsplätze und internationale Vernetzung. «Das Nein zur Initiative ist auch ein Signal für stabile Beziehungen zur EU. Für die exportorientierte Ostschweiz sind Rechtssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen entscheidend», sagt Markus Bänziger. Mit dem Nein zur Initiative ist der Weg frei, die Bilateralen III weiter zu beraten. Sie schaffen Rechtssicherheit für Unternehmen und stabilisieren den bilateralen Weg. Mit der vorgesehenen Schutzklausel erhält die Schweiz zudem ein Instrument, um bei schwerwiegenden wirtschaftlichen oder sozialen Problemen gezielt zu reagieren.

Weitere Abstimmungsresultate

Erfreulich sind das Ja zum St.Galler Kinderbetreuungsgesetz und das Ja zur Änderung des Zivildienstgesetzes. Die Kinderbetreuungsvorlage stärkt die Vereinbarkeit von Beruf und Familie und hilft, das inländische Arbeitskräftepotenzial besser zu nutzen. Mit dem Ja zum Zivildienstgesetz stellt sich die Bevölkerung zudem hinter das Milizsystem und die Sicherheit als Standortfaktor.

Die gesamte Analyse, detaillierte Resultate unserer Mitgliederumfrage und die umfassende Position der IHK St.Gallen-Appenzell finden sie in unserer Schriftenreihe:

Die Position der IHK St.Gallen-Appenzell im Thema Arbeitsmigration

Die Personenfreizügigkeit mit der EU aufrechterhalten
Ohne ausländische Arbeitskräfte geht es nicht. Heute nicht und schon gar nicht in der Zukunft. Die Personenfreizügigkeit mit der EU stellt dabei eine unbürokratische, arbeitsmarktorientierte Zuwanderung sicher. Das ist ein entscheidender Vorteil für die Ostschweizer Wirtschaft (vgl. Grafik): Wer über die Personenfreizügigkeit in die Schweiz kommt, braucht hier eine Stelle oder ausreichend Mittel, um sich selbst zu finanzieren.

Den inländischen Arbeitsmarkt stärken
Die Schweiz ist als Arbeitsland attraktiv. Das soll auch so bleiben. Arbeitskräfte werden rar, nicht nur in der Schweiz, sondern in ganz Europa. Umso wichtiger werden eine hohe Arbeitsmarktbeteiligung und eine produktive Wirtschaft. Dafür muss sich Arbeit lohnen – hohe Pensen dürfen kein steuerlicher Nachteil sein. Flexible Arbeitsmodelle, eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine bessere Integration von älteren Personen in den Arbeitsmarkt können diesen zusätzlich stärken.

Die gesellschaftlichen Herausforderungen angehen – rasch und gezielt
Knapper Wohnraum und überlastete Verkehrsinfrastruktur sind grosse Herausforderungen unserer Zeit. Die Zuwanderung verschärft solche Herausforderungen, sie ist aber nicht deren einziger Treiber. Deshalb kann eine Einschränkung der Zuwanderung auch nicht die einzige Lösung sein. Stattdessen braucht es eine breite Palette an Massnahmen, um Wohnraum und Mobilität fit für die Zukunft zu machen.

Beiträge zur Chaos-Initiative

Wieso gefährdet ein Bevölkerungsdeckel die Finanzierung der AHV?

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Hohes Bevölkerungswachstum, knapper Wohnraum?

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Verkehrsinfrastruktur - belastet oder überlastet?

Verkehrsinfrastruktur – belastet oder überlastet?