Konjunkturanalysen
Gute Aussichten im Baugewerbe
Branchenbericht Baugewerbe Q1 2026
11. Februar 2026
Das Baugewerbe schätzt die Geschäftslage als positiv ein. Vier von zehn Ostschweizer Unternehmen bewerten die Geschäftslage als gut, nur jedes zehnte Unternehmen als schlecht. Im Bauhauptgewerbe ist die Stimmung noch etwas besser als im Baunebengewerbe.
Für das kommende Halbjahr rechnen die Ostschweizer Bauunternehmen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage. Dies trifft sowohl auf das Bauhaupt- als auch auf das Baunebengewerbe zu.
Nachdem das Bauhauptgewerbe seine Ertragslage und Bautätigkeit in den ersten drei Quartalen 2025 stetig steigern konnte, verschlechterte sich die Ertragslage zuletzt. Das Baunebengewerbe blickt auf eine stabile Entwicklung von Ertragslage und Bautätigkeit zurück.
Der Auftragsbestand wird in der Ostschweizer Baubranche insgesamt als befriedigend bewertet. Das Bauhauptgewerbe schätzt den Auftragsbestand als gut ein, das Baunebengewerbe hingegen als befriedigend. Gesamtschweizerisch wird der Auftragsbestand positiver bewertet als in der Kernregion Ostschweiz.
Die Reichweite der Auftragsbestände ist in der Ostschweiz überdurchschnittlich hoch. Die treibende Kraft ist das Bauhauptgewerbe, welches über volle Auftragsbücher verfügt. Dessen vermeldete Auftragsreichweite ist auf ein neues Rekordhoch von über neun Monaten geklettert.
Die ungenügende Nachfrage bleibt nebst dem Mangel an Arbeitskräften dennoch das dominante Hemmnis des Baugewerbes. Letzterer hat sich im Vergleich zu den vergangenen Monaten wieder verschärft. An Bedeutung verloren haben hingegen finanzielle Restriktionen.
Vor allem das Bauhauptgewerbe vermeldete jüngst einen spürbaren Mangel an Arbeitskräften, nachdem im vergangenen Jahr der Personalbestand durchgehend als befriedigend eingestuft wurde. Nachfragehemmend dürfte laut KOF-Institut ein Abschwung im Wohnungsbau sowie die Investitionsschwäche der Industrie wirken.
In den nationalen Prognosen des KOF-Instituts wird die Baukonjunktur als schwach eingeschätzt (Abschwung im Wohnbau, Investitionsschwäche bei industriell-gewerblichen Bauten) und nur eine zögerliche Erholung erwartet.
Dieser Prognose widersprechen die Ergebnisse aus den Unternehmensgesprächen der SNB, der Konjunkturprognosen des SECO (Bauinvestitionen +1.6 %, für 2026, vs. -0.5% für 2025) sowie den Umfragedaten aus Ostschweiz. Das Bauhauptgewerbe rechnet mit einer starken Zunahme der Bautätigkeit sowie einer Verbesserung der Ertragslage in den kommenden drei Monaten.
Die Wettbewerbsposition der Bauunternehmen ist nach wie vor stabil. Die Unsicherheit der Bauunternehmen über die zukünftige Entwicklung der Geschäftslage ist auf dem tiefsten Niveau seit Erhebungsbeginn.