Konjunkturanalysen

Bautätigkeit nimmt zu – Baugewerbe positiv gestimmt

Branchenbericht Baugewerbe Q2 2026

18. Mai 2026

Das Baugewerbe schätzt die Geschäftslage als positiv ein. In der Kernregion Ostschweiz hat sich die Einschätzung gegenüber dem ersten Quartal nochmals verbessert. Aktuell bewertet jedes zweite Ostschweizer Bauunternehmen die Geschäftslage als positiv, kaum ein Unternehmen als negativ.

Für das kommende Halbjahr rechnen die Ostschweizer Bauunternehmen mit einer stabilen Entwicklung ihrer guten Geschäftslage.

Ebenfalls verbessert hat sich die Bautätigkeit. Laut den Bauunternehmen ist die Bautätigkeit in den vergangenen drei Monaten gestiegen, vor allem im Bauhauptgewerbe. Ein Grund dürfte die Zunahme der Baubewilligungen für den Wohnungsbau sein. Laut KOF Institut der ETH Zürich (KOF Konjunkturbericht Frühjahr 2026) sind die Baugesuche und Bewilligungen in den letzten zwei Jahren stetig gestiegen und sollen sich dieses Jahr in steigenden Bauinvestitionen niederschlagen.

Für die kommenden drei Monate rechnen die Unternehmen mit einer leichten Steigerung der Bautätigkeit, vor allem im Bauhauptgewerbe.

Analog zur Bautätigkeit ist auch der Auftragsbestand gestiegen. Wurde der Auftragsbestand zu Beginn des Jahres von den Ostschweizer Bauunternehmen noch als befriedigend eingeschätzt, so wird er nun als hoch bewertet. Sowohl das Bauhaupt- als auch das Baunebengewerbe berichten von hohen Auftragsbeständen.

Die Reichweite der Aufträge liegt auf einem ungewohnt hohen Niveau. Die Auftragsbücher sind im Durchschnitt für rund ein halbes Jahr gefüllt.

Der Arbeitskräftemangel im Baugewerbe hat sich angesichts der steigenden Bautätigkeit wieder akzentuiert. So wird die Beschäftigtenzahl als zu gering bewertet. Für rund jedes zweite Ostschweizer Bauunternehmen stellt der Arbeitskräftemangel ein Hemmnis für die Geschäftstätigkeit dar.

Gleichzeitig rechnet das Baugewerbe mit steigenden Preisen. Einerseits ist dies auf die starke Nachfrage zurückzuführen. Andererseits handelt es sich möglicherweise um Auswirkungen des Iran-Kriegs. Sowohl die Material- als auch die Transportkosten dürften steigen (VZ). Der Iran-Krieg hat die Hypothekarzinsen leicht steigen lassen, dürfte insgesamt jedoch keine einschneidenden Auswirkungen auf das Zinsniveau und damit auf die weiterhin hohe Wohnbaunachfrage haben.

Zwar hat sich die Ertragssituation in den letzten drei Monaten verbessert, dennoch bleiben die Margen der Bauunternehmen unter Druck. Im Vergleich zum privaten und institutionellen Wohnungsbau entwickelt sich der Industrie- und Gewerbebau weiterhin verhalten. Die globalen Unsicherheiten trüben die Stimmung in der exportorientierten Industrie ein und folglich auch die Nachfrage nach Industriegebäuden und -anlagen (KOF Konjunkturbericht Frühjahr 2026).