Gastreferent Matthias Horx gab eine "Anleitung zum Zukunfts-Optimismus".

Jubiläums-Generalversammlung und Fest der Ostschweizer Wirtschaft

Die älteste Handelskammer feiert ihren 550. Geburtstag

Unter dem Motto „Seit 550 Jahren in der Ostschweiz daheim und in der Welt zuhause“ feierten rund 1000 Personen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft das Jubiläum der IHK St.Gallen-Appenzell. In einem Referat im Rahmen der Generalversammlung gab der Zukunfts- und Trendforscher Matthias Horx eine „Anleitung zum Zukunftsoptimismus“.

Im Sommer 1466 entstand das erste Mitgliederverzeichnis der Gesellschaft zum Notenstein, der Vorläuferin der heutigen IHK St.Gallen-Appenzell. 550 Jahre später wurde dieses eindrückliche Jubiläum gefeiert: Mit einer speziellen Generalversammlung und dem anschliessenden Fest der Ostschweizer Wirtschaft. Rund 1000 Entscheidungsträgerinnen und –träger aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft trafen sich dazu in den Olma-Hallen.
Peter Spenger, Präsident der IHK St.Gallen-Appenzell, erinnerte in seiner Präsidialansprache denn auch an die Anfänge der mit Abstand ältesten Handelskammer der Schweiz und schlug den Bogen in die heutige Zeit: Damals wie heute setzt sich die Vereinigung für die Anliegen ihrer Mitglieder ein. Kennzeichnend waren stets die Weltoffenheit, die Tüchtigkeit und die global ausgerichtete Unternehmermentalität in der Ostschweiz. Daher laute auch das Motto des Abends „Seit 550 Jahren in der Ostschweiz daheim und in der Welt zuhause“.

„Doing the right thing“
Doch lange hielt sich Peter Spenger nicht mit dem Rückblick auf die lange Tradition auf. Er stellte seine Überlegungen unter die Devise „Doing the right thing“ und richtete seinen Fokus auf drei Komplexe, die er für die Ostschweizer Wirtschaft als zentral erachtet:

  • Technologische Innovation: Für Peter Spenger kann „die Bedeutung technologischer Innovation für die Wirtschaftskraft einer Region nicht oft genug verdeutlicht werden“. So erinnerte er daran, dass die IHK vor eineinhalb Jahren mit der Forderung nach einem ETH-Campus in Wil für Aufsehen sorgte. Auch wenn diese Forderung nicht sofort ihren politischen Widerhall fand, so setzte er doch etwas in Bewegung. So will der ETH-Bereich in Zusammenarbeit mit dem Kanton St.Gallen und der IHK St.Gallen-Appenzell den Empa-Standort St.Gallen mit einem Kompetenzzentrum für Medizinaltechnologie stärken.
  • Industrie 4.0: Der Begriff der Industrie 4.0 stehe für die zunehmende Vernetzung von Mensch, Maschinen und Produkten, erklärte Spenger. Um die darin liegenden Chancen für die Ostschweiz nutzen zu können, habe die IHK vor einem halben Jahr eine Bildungsoffensive im Bereich IT gefordert. Ein Anstoss, der von der Politik dankbar aufgenommen wurde. Zurzeit erarbeitet die Universität St.Gallen eine Konzept- und Machbarkeitsstudie für einen neuen Studienschwerpunkt Informatik, wofür die IHK anlässlich ihres Jubiläums 200‘000 Franken der HSG überwiesen habe.
  • TTIP: Aus Sicht von Peter Spenger hätte das geplante Transatlantische Freihandelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA grosse Auswirkungen auf die Schweiz und die Ostschweiz. Eine Anbindung an das TTIP erachtet Peter Spenger deshalb als entscheidend für die ostschweizerischen MEM-Unternehmen.

Anleitung zum Zukunfts-Optimismus
Dass bei der IHK trotz des grossen Jubiläums der Blick stärker in die Zukunft als in die Vergangenheit gerichtet blieb, bewies auch die Einladung des bekannten Trend- und Zukunftsforschers Matthias Horx. Sein Gastreferat stand unter dem Titel „Anleitung zum Zukunfts-Optimismus: Warum die Welt nicht schlechter wird – aber wir das so schrecklich gerne glauben“. In seinem Vortrag fragte sich Horx, weshalb sich in der öffentlichen Meinung Anzeichen einer chronischen Angst-Epidemie zeigen. In immer kürzeren Abständen würden Untergangs-Ängste geschürt, ökonomische Zusammenbruchsphantasien beschworen und neue extreme Problemlagen an die Wand gemalt. Mit Fakten, Zahlen und Diagrammen zu Kriminalität, Armut und Reichtum oder der globalen Erwärmung verdeutlichte er, dass solch kollektiven Angstwellen an den Realitäten vorbeizielen. Für Horx können diese Denkmuster aber echte Innovationen verhindern und Märkte zerstören. Sie dienen als offenes Einfallstor für politischen Populismus und gefährden die Zukunftsfitness einer Gesellschaft.

Zügige Behandlung der statutarischen Geschäfte
Auch eine Jubiläums-Generalversammlung hat jedoch statutarische Geschäfte zu erledigen. Nach einem Grusswort von Regierungsrat Benedikt Würth in seiner Funktion als Präsident der Ostschweizer Regierungskonferenz und musikalischen Einlagen, wurden die statutarischen Geschäfte von IHK-Präsident Peter Spenger zügig behandelt: Jahresbericht und Jahresrechnung wurden genehmigt, Vorstand und Geschäftsleitung die Entlastung erteilt und die Revisionsstelle gewählt. Nachdem erst im vergangenen Jahr der IHK-Vorstand für eine neue Amtsdauer bestellt wurde, standen auch keine weiteren Wahlen an. IHK-Vizepräsident Roland Ledergerber schliesslich beendete die Jubiläums-Generalversammlung und leitete somit zum Fest der Ostschweizer Wirtschaft über.

Fest der Ostschweizer Wirtschaft
In der gegenüberliegenden Halle 3.1 trafen sich die rund 1000 Gäste im Anschluss an die GV zu einem grossen Stelldichein der Ostschweizer Wirtschaft. Getreu dem Motto „Seit 550 Jahren in der Ostschweiz daheim und in der Welt zuhause“ konnten sich die Gäste an diversen Buffets mit Köstlichkeiten aus der ganzen Welt sowie Getränken aus der Ostschweiz stärken. Bands spielten auf und boten den festlichen Rahmen für ein eindrückliches Jubiläum der ältesten Handelskammer der Schweiz.

550 Jahre IHK St.Gallen-Appenzell
Der St.Galler Leinwandhandel entwickelt sich im 15. Jahrhundert zur ersten Exportindustrie der Eidgenossenschaft. Als Gegengewicht zu den Zünften organisieren sich die Fernhändler in der freien Gesellschaft zum Notenstein. Das älteste bekannte Mitgliederverzeichnis stammt aus dem Jahre 1466. 1730 gibt sich die aus der Gesellschaft zum Notenstein herausgewachsene Kaufmännische Corporation ein eigentliches Organisationsstatut. 1991 fusionieren die Kaufmännische Corporation und der Handels- und Industrieverein zur Industrie- und Handelskammer IHK St.Gallen-Appenzell.
Mit ihren 550 Jahren ist die IHK St.Gallen-Appenzell gemäss dem Historischen Lexikon der Schweiz die mit Abstand älteste Handelskammer der Schweiz. Wie zu Beginn bei der Gesellschaft zum Notenstein setzt sich die IHK St.Gallen-Appenzell auch heute noch für freiheitliche Rahmenbedingungen für die Wirtschaft ein. Als Verband stellt sie ihre Kernkompetenzen – Vernetzung, Exportdienstleistungen und Wirtschaftspolitik – ihren Mitgliedunternehmen zur Verfügung.

Im Anschluss an die Jubiläums-Generalversammlung wurde gefeiert.

Downloads / Weitere Informationen

Medienmitteilung "Die älteste Handelskammer feiert ihren 550. Geburtstag"
Präsidialansprache IHK-Präsident Peter Spenger
Zeittafel 550 Jahre IHK St.Gallen-Appenzell
IHK-Jahresbericht 2015
IHKfacts 2/2016 mit dem Themenschwerpunkt 550 Jahre IHK

Fotogalerie (folgt auf flickr)
IHK-TV: Introfilm der Jubiläums-GV
IHK-TV: Bericht zur Jubiläums-Generalversammlung (folgt auf youtube-Kanal)
IHK-TV: Bericht zum Fest der Ostschweizer Wirtschaft (folgt auf youtube-Kanal)

Rückblick auf frühere Generalversammlungen

IHK-GV 2015 in Degersheim
IHK-GV 2014 in Flums
IHK-GV 2013 auf dem Säntis
IHK-GV 2012 in Rapperswil-Jona
IHK-GV 2011 in Wattwil

ihk-tv.ch

23.06.2016 | 2:30

IHK-Sitz im Jubiläums-Festkleid

29.03.2016 | 2:01

EcoOst-Symposium 2016

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